Presse PR_512

Published on Juli 3rd, 2014 | by Redaktion

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PR-Agentur buchen oder selber machen?

Die große Frage, die sich Indie-Entwickler häufig stellen: Sollen sie für die Promo ihres Spiels eine professionelle PR-Agentur buchen oder kann man die PR auch einfach selber machen und so Geld sparen?

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Die Beantwortung dieser Frage ist nicht ganz einfach. Da wir als PR-Agentur unsere Brötchen verdienen, sollten wir allen Spieleproduzenten eigentlich zurufen: „Bucht eine Agentur. Nämlich unsere. Und gebt viel Geld aus.“ Aber in Wahrheit macht eine PR-Agentur nicht für jedes Developer-Studio Sinn.

Grundsätzlich gilt: Netzwerk vor Agentur

Wenn ihr euch gerade selbstständig gemacht habt, ist das Geld in eurer Firma üblicherweise knapp. Deshalb solltet ihr überlegen, ob ihr wirklich Geld für eine Agentur ausgeben wollt – oder ob ihr die Kohle nicht lieber nutzt, um einen Großteil der PR-Arbeit selber umzusetzen: Kauft lieber keine Agentur-Pressemitteilung ein, sondern bucht euch stattdessen den Zug zum nächsten großen Games-Event in der Nähe. Wenn ihr euch dort nicht hackendämlich anstellt, kommt ihr schnell mit Kollegen und interessierten Journalisten ins Gespräch. Diese sind dort nämlich üblicherweise in Hülle und Fülle zu finden. Baut euch ein gutes Netzwerk auf, begeistert andere für eure Ideen und sammelt wie wild Visitenkarten. Die daraus entstehenden Verbindungen bringen euch wahrscheinlich schneller Presseberichte ein, als es ein einziger Profi-Text schaffen könnte. Gerade in der Games-Branche sind Kontakte das A und O für Indie-Entwickler. Und wenn ihr gute Spielideen habt, wird euer Netzwerk darauf brennen, euch zu supporten und euch den einen oder anderen Medienauftritt möglich machen.

Ab wann lohnt sich die Beauftragung einer PR-Agentur denn nun genau?
    • Euer Studio hat einen kleinen Goldschatz im Keller gehortet und Geld spielt kaum eine Rolle? Dann macht ihr mit einer PR-Agentur nichts falsch. Mit einem entsprechenden Budget sind eurer PR-Kamapagne keine Grenzen gesetzt und ihr könnt euch spektakulärer Aktionen und Maßnahmen für die Aufmerksamkeit der Games-Welt sicher sein.

 

    • Ihr seid ein gut vernetztes Team, habt einen kleinen Presseverteiler und eine(n) Kollegen/Kollegin im Team, die/der sich neben ihrer/seiner übrigen Arbeit um PR kümmert? Dann könnte euch eine Agentur weiterhelfen: Sie hat mit Sicherheit den größeren Presseverteiler und das größere Zeitkontingent für PR. Die Agentur muss sich nicht nebenher mit dem Verfassen von Pressetexten beschäftigen, sondern widmet sich dieser Aufgabe in Vollzeit. Je besser aber eure Vorabeit im PR-Bereich ist (Kontakte, Presskits, Verbreitung in sozialen Netzwerken etc.), desto günstiger wird die Arbeit der Agentur.

 

  • Ihr habt ein grandioses Spiel, das auch noch gut aussieht? Dazu könnt ihr Interessierte mit Screenshots, Artworks oder einem Trailer/einer Demo totwerfen? Das ist gefundenes Fressen für eine PR-Agentur. Sie kann frei (nach euren Vorgaben) schalten und walten und wird sich gerne damit befassen, ein bisher unentdecktes Kleinod der Games-Geschichte in die Medien zu bekommen.
Ab wann lohnt sich die Beauftragung einer PR-Agentur nicht?
    • Ihr seid ein Entwickler-Team, das gerne von Games leben möchte, nebenbei aber andere Dev-Jobs annimmt, um die monatlichen Rechnungen zahlen zu können? Keine Sorge, da seid ihr nicht alleine. So lange ihr aber nicht das Hauptaugenmerk auf eure Spiele legen könnt, solltet ihr lieber keine Agentur als PR-Support hinzuziehen. Warum? Weil ihr euch mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit an keine terminliche Absprache zum Spiel-Release halten könnt, die ihr mit der Agentur trefft: Da trudelt auf einmal ein neuer lukrativer Devjob ein, dort verschiebt sich ein Abgabetermin – und schon geratet ihr bei der Games-Entwicklung ins Schwimmen. Und eure Agentur gleich mit. Wenn ihr Pech habt, lässt euch die Agentur diese Verzögerung auch noch bezahlen. Im besten Fall sind die PR-Profis nur froh, irgendwann einfach nicht mehr von euch zu hören.

 

    • Ihr sein ein kreatives Team, das sich ungern auf genaue Termine oder Releases festnageln lässt? Dann verzichtet lieber darauf, einen PR-Menschen mit einzubinden. Der wird eine genau geplante Kampagne starten wollen und die ist normalerweise terminlich durchgetaktet. Jede Verschiebung kann das Gesamtkonstrukt der Kampagne wie ein Kartenhaus zusammenbrechen lassen. Von daher: Chaotische Typen sollten lieber kein PR-Team anheuern. Das würde beide Seiten sehr unglücklich machen.

 

    • Ihr habt ein schlechtes Spiel? Dann kann euch niemand helfen. Nicht einmal die beste PR. Gothic 4 oder Battlefield 4 sind die Ausnahme von der Regel.

 

Wenn ihr als Entwicklerstudio einen festen Mitarbeiter habt, der sich 24/7 um die Vernetzung mit der Gamespresse, mit Developer-Kollegen und möglichen Geldgebern kümmert und grundsätzlich ein Auge auf mögliche Fördermittel oder Promo-Möglichkeiten hat, dann habt ihr einen guten ersten Schritt zum professionellen Marketing getan. Der Einsatz einer PR-Agentur kann dann evtl. punktuell für die Verteilung von Pressemitteilungen, für die Erstellung von Pressematerialien oder für das Entwickeln ganz neuer PR-Ideen (auf die ihr als Betriebsblinde nicht kommen könnt) Sinn ergeben.


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